Sicherheitslehrgang beim KVBW in Hüningen am 27./28. 9. 2014

Ausbildung HüningenGespannt, was mich an diesem Wochenende erwarten würde, bog ich in Hüningen bei Norberts Canadian-Canoe-Shop um die Ecke. Dort traf ich auf die anderen Teilnehmer des Sicherheitskurses des KVBW. Doch oh Schreck! Wer mit einer kleinen Teilnehmerzahl rechnete, wurde gleich enttäuscht. Etwa 50 Paddler hatten sich eingefunden, um die News im Bereich Kanurettung zu erfahren. Pünktlich startete die Begrüßung aller Teilnehmer, gleichzeitig ging die Anmeldeliste durch die Reihen und es wurden die humanen Teilnehmergebühren kassiert.
Die Teilnehmer kamen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem benachbarten Ausland. Die weiteste Anreise hatten aber wohl die Teilnehmer aus Schweden und Moldawien. Beide Gruppen waren extra für diesen Kurs nach Hüningen angereist!
Dann ging es auch schon los. Das Teilnehmerfeld wurde von den erfahrenen Kursleitern in Gruppen mit ähnlichem Könnensstand eingeteilt, so dass etwa sechs Kursteilnehmer auf einen Übungsleiter kamen. In jeder Kleingruppe wurde ein Gruppenleiter bestimmt. Dieser erhielt eine kurze Einweisung und konnte so die Organisation innerhalb seiner Gruppe übernehmen.
Ausbildung HüningenJetzt konnte es schon ans Eingemachte gehen. Den Morgen verbrachte meine Gruppe an verschiedenen Stationen, bei welchen wir viel zu den Themengebieten rund um die Vermeidung von Kanuunfällen erfuhren und auch, wie wir uns im Falle eines doch eintretenden Unfalls verhalten können. Dies waren beispielsweise die Bereiche „richtiges Verhalten beim Schwimmen“ und „Schwimmerrettung“. Hier wurde uns ein informativer Lehrfilm gezeigt und die verschiedenen Aspekte besprochen und konstruktiv diskutiert. Auch der weitere Theorieteil war mit verschiedenen Praxiselementen vermischt, so dass es uns nicht langweilig wurde und wir immer wieder aktiv werden durften. Beispielsweise im Teil „Knoten“: Specki hatte viele Schnüre und Seile vorbereitet, an denen wir die gezeigten Knoten selbst ausprobieren konnten. Die Teilnehmer hatten hier auch die Möglichkeit eigene Erfahrungen einzubringen und es entstand ein toller Austausch.
Beim Themenbereich „Wehrunfall“ forderte uns Hewo auf, gleich sechs Arten der Wehrrettung zu suchen und auf ihre Erfolgschancen hin zu untersuchen. Wir sollten herausfinden wie erfolgreich, sicher und schnell die einzelnen Möglichkeiten sind. Gerade hier wurde uns deutlich, wie wichtig es, ist im Vorfeld verschiedene Situationen zu durchdenken und mögliche Chancen und noch größere Gefahren zu erkennen.
Insgesamt gab es sechs Theoriestationen, die ich alle sehr durchdacht, kurzweilig, gut organisiert und informativ fand.
Nach der Mittagspause ging es dann rauf aufs Wasser. Die Rettung vom Boot aus war für die nächsten drei Stunden unser Thema. Stefan hatte extra einen Dummy für uns mitgebracht.
Dieser Dummy entwickelte auf dem Wasser ein regelrechtes Eigenleben und es war gar nicht so einfach ihn zu retten, da seine Kooperationsbereitschaft sehr eingeschränkt war (was der Situation eines Schwimmers durchaus ähnlich sein kann). Coole Idee! Danke Stefan!
Müde und voller neuer Eindrücke und Ideen verließ ich an diesem Abend, nach etwa acht Stunden, den Kurs. Einige Grüppchen hatten sich gefunden und verbrachten in geselliger Runde den Abend, wobei uns die Müdigkeit aber schnell in die Schlafsäcke schlüpfen ließ.
Ausbildung HüningenSchließlich mussten wir uns am Sonntagmorgen früh wieder am Kanal eintreffen. Dem Team vom Kanu-Verband BW war es tatsächlich gelungen, den Kanal komplett für uns zu reservieren. Hier wurden in insgesamt sieben Gruppen (entlang des ganzen Kanals) die Bereiche „Retten vom Land aus“, „Schwimmen im Wildwasser“ bis hin zur aktiven Sprungrettung geübt. Das Schwimmen in einen Baumverhau war leider nicht möglich, wurde aber ebenfalls besprochen. Hewo versprach uns, dass er nach einer Möglichkeit suchen wird, dies aktiv im nächsten Jahr in den Kurs einzubauen. Es sei vielleicht möglich, einen Baum unter Spannung in den Kanal einzubauen. Vielleicht klappt es ja!
Danach kam es für mich zu einem besonderen Höhepunkt des Kurses, welches mir so in dieser Form noch nie begegnet ist: Ich hatte die Möglichkeit, mich für zwei Stunden für einen der gesondert angebotenen Kursen zu entscheiden. Für mich stand aber sofort fest, dass ich mich für die Gruppe „Mit dem Rodeoboot unterwegs“ entscheiden würde. Hier erfuhr ich wie schwer es ist, im Spielboot geeignete Hilfe zu leisten. Auch erhielt ich viele praktische Tipps zum Paddelkreuz oder dem Seilstopp. Zwei wirklich schnelle und funktionale Möglichkeiten der qualifizierten Rettung. Die muss man einfach kennen!
Nun ging es das letzte Mal zum Umziehen. Im extra angemieteten Schulungsraum des Parks warteten gleich zwei fachmännische Ersthelfer der DLRG. Sie hatten viel Material mitgebracht. Darunter zählten unter anderem die beiden Beatmungspuppen und sogar ein mobiler Defibrillator. Inhalte des Kurses waren die „Lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ (LRS) im Allgemeinen und noch einmal auf die Bedürfnisse der Paddler zugeschnitten. Auch hier wechselte sich die Theorie mit Phasen ab, in denen wir selbst ausprobieren durften.
Es wurde Raum für die viele Fragen der Paddler gegeben und in der entspannten Umgebung konnte auch über Ängste und Unsicherheiten bezüglich der Ersten Hilfe gesprochen werden.
Nach diesem letzten Teil des Sicherheitskurses folgte die Abschlussbesprechung. Hier konnten wir endlich unser Lob loswerden und allerletzte Fragen klären.
Bereits im Vorfeld habe ich viel Gutes von früheren Teilnehmern des Kurses gehört und ich kann diesen Eindruck nur bestätigen. Das wird sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass ich diesen Kurs besucht habe. Denn wie bei allem ist die Wiederholung der Schlüssel zum Erfolg.
Mein Fazit: Ein Muss für alle, die unser wunderbares Hobby sicher und verantwortungsbewusst ausüben wollen!!
Herzlichen Dank an Hewo mit seinen mehr als zehn erfahrenen Übungsleitern, die uns Teilnehmern ein lehrreiches, aber auch traumhaftes Wochenende geboten haben.

Bericht: Yvonne Lang
Fotos: Andreas Mattes

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