Der Rhein verbindet – Kanupilgern der Weltkirchenrat-Gäste

Philippsburg, 3. September 2022: Rund 150 Personen aus Nah und Fern meisterten gemeinsam die Strömung und Wellen am 3. und 4. September auf dem Rhein bei Philippsburg/Rheinsheim.

Unter dem Motto: „Zwischen Krieg und Frieden – Ökumenisches Kanupilgern auf dem Rhein“ paddelten internationale Gäste aus vier Kontinenten und 15 Ländern zusammen mit erfahrenen Paddler*innen vom Kanu-Verein Bruhrain (KVB) Rheinsheim, Wasser-Sport-Club Rheintreue Rheinsheim, Ski- und Kanu-Club Philippsburg sowie von den Paddelfreunden Huttenheim die 7 Kilometer lange Strecke um den Lingenfelder Altrhein. Darunter auch Peter Ludwig, Vizepräsident im Deutschen Kanu-Verband und Präsident des Kanu-Verbands Baden-Württemberg, der die Gäste aufs herzlichste zum gemeinsamen Kanufahren begrüßte. Mit einer stattlichen Zahl von 10 Großkanadiern ging es jeweils bei Regen und Sonne auf Tour – umfassend von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Freiwilligen Feuerwehren und dem Deutschen Roten Kreuz begleitet.

Die weit aus Übersee angereisten Gäste waren Teilnehmer*innen der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe, die dort vom 1.-8. September tagte. Beim länderübergreifenden Exkursionsprogramm der ÖRK-Vollversammlung begegneten die internationalen Gäste in Philippsburg/Rheinsheim regionalen Gastgeber*innen aus Kirche, Sport und Kommunen, um Land, Leute und Kultur kennenzulernen. Die Exkursion wurde federführend vom KVB Rheinsheim und der Evangelischen Kirchengemeinde Philippsburg geleitet und länderübergreifend mit den Städten Philippsburg und Germersheim sowie der Evangelischen Kirchengemeinde Germersheim organisiert.

Lernen aus der Geschichte

Geschichte und Gegenwart verbinden die weltweite Christenheit immer wieder in ihrem Streben nach Frieden. Auch Philippsburgs Bürgermeister Stefan Martus, der an beiden Tagen die verschiedenen Gästegruppen begrüßte, wies auf die Besonderheit dieses Ortes hin: dass zu Ostern 1945 hier die französische Armee einen Brückenkopf baute auf die deutsche Seite hinüber, dass es dabei viele Verluste gab, und dass für manche Bürger*innen hier sich leider damit auch sehr leidvolle Tage verbanden. Zugleich zeigte er den Gästen auf, wie von allen drei Ortsteilen aus nun heute gute deutsch-französische Partnerschaften gepflegt werden. Auch so der verbindende Rhein.

Mehr als 75 Jahre nun eine Friedenszeit in Deutschland, die mit dem Tag der Befreiung vom NS-Regime am 8. Mai 1945 begann, zeigen direkt an diesem Fluss auf, wie Versöhnung und Frieden möglich ist. Wir reichen einander die Hand – und lernen aus dieser Geschichte auch für heutige Kriege und Konflikte. Dies zeigte der Friedensbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Baden, Stefan Maaß mit seinem Vortrag "Sicherheit neu denken" auf. Das Konzept verfolgt ein Szenario, das Sicherheit immer weniger auf das Militär und immer mehr auf zivile Kräfte setzt. Die evangelische Kirche in Baden (wie andere auch) möchte damit zu einer Kirche des gerechten Friedens werden. Bei einer Diskussionsrunde am Samstagabend im Bürgerhaus Löwen gab es sehr kritische Rückfragen und gute Anregungen zu diesem Thema.

Kirche und Sport

So stand unter diesem Titel "Zwischen Krieg und Frieden – ökumenisches Kanupilgern auf dem Rhein" auch die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Sport im Mittelpunkt. Kanuclubs sorgten für Boote und Schwimmwesten, Kirchengemeinde für Essen und Verpflegung. Die Kanuten führten den Weg durch den Altrhein und sorgten für die Sicherheit auf dem Wasser, die Kirchengemeinden gestalteten einen lebendigen und eindrücklichen Gottesdienst und gaben auch im Mittagsgebet einen Segen mit auf die Reise. Als kleines Zeichen dafür erhielt zum Abschluss Pfr. Riehm-Strammer vom KVB eines ihrer neuen Trikots, wofür er sich herzlich bedankte. Auch die Zusammenarbeit mit dem genossenschaftlichen Bürgerhaus Löwen, das in unmittelbarer Nähe zum „Rheinsheimer Dom“ steht, und welches die Gäste als einzigartiges Bürgerprojekt sehr bewunderten, funktionierte hervorragend.

Großes Dankeschön!

Dank kann an dieser Stelle nicht genug gesagt werden. Nahezu 20 Kooperationspartner arbeiteten hier zusammen - und alle taten ihre Dienste und Aufgaben in hervorragender Weise. Nicht zuletzt sei dabei die Presse genannt, die an beiden Tagen unterschiedlich begleitete: BNN und ERB, SWR und EPD. Wir alle sind dankbar für diese beiden erfüllten Tage.

Bericht: Silke Kosian & Pfr. Andreas Riehm-Strammer

 

Link zu Beitrag im SWR ab Minute 2:56

 

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