Die Studierenden Weltmeisterschaften im ungarischen Szolnok gingen für die Athleten der Rheinbrüder Karlsruhe
überaus erfolgreich zu Ende. Felix Frank erkämpfte sich im Viererkajak über 500 Meter sogar den Titel des
Studentenweltmeisters.

Isabel Friedt durfte sich über die Vize-Weltmeisterschaft in der gleichen Disziplin freuen.
Canadier-Fahrer Simon Krautloher im C1 über 1.000 Meter und Kajakfahrer Jan Bechtold im Viererkajak über die
1.000 Meter Distanz rauschten mit ihren vierten Plätzen denkbar knapp an einer Medaille vorbei.
Die Saison von Felix Frank ist zumindest emotional mit einer Achterbahn-Fahrt zu vergleichen.
Er lieferte tolle Leistungen bei der nationalen Qualifikation ab, hatte aber auch ein schlechtes Resultat auf der
Überdistanz was kurzzeitig so schien als würde es ihm sogar den Platz in der A-Mannschaft kosten. Es erfolgte die
Ernennung ins World Cup Team in Duisburg und danach die Einladung für die Europameisterschaften. Die EM
musste Frank als Zuschauer verfolgen, denn er bekam leider keinen Renneinsatz trotz guter Trainingsleistungen
und somit gab es auch auf der WM keinen Platz für den 25-jährigen Rheinbruder.
Kurzerhand wurde er für die Studenten-WM nachnominiert und wurde Weltmeister und Bronzemedaillengewinner
bei den Studierenden. „Das freut mich natürlich schon, vor allem auch der dritte Platz im Einer. Aber eigentlich
wäre ich viel lieber zur WM nach Montemor geflogen!“, so der zerrissene Kanute der seit drei Jahren für die
Rheinbrüder startet. „Felix hat absolut Potenzial nach oben. Er darf sich vom WM-Aus nicht von seinem Weg
abbringen lassen und muss konsequent weiterarbeiten, dann wird er beim nächsten Mal dabei sein“, so der
Cheftrainer der Rheinbrüder Karlsruhe, Detlef Hofmann.
Der Schützling von Leistungsklasse Trainer Ralf Straub will schon bei den Deutschen Meisterschaften Ende
August einfach Taten sprechen lassen. „Ich habe dieses Jahr viel investiert und es hat mich weit gebracht. Nun
mache ich da einfach weiter!“
So oder so ähnlich geht auch seine Vereinskameradin und Junioren-Weltmeisterin Isabel Friedt ihre Zukunft an.
„Ich habe den Spaß am Kanufahren zurück und setze mich einfach nicht mehr so unter Druck. Trotzdem gibt mir
die Studenten WM-Silbermedaille neuen Auftrieb und ich will auf jeden Fall die Qualifikation im nächsten Jahr
wieder angehen!“ Die 24-jährige Bachelor Kultur und Wirtschaft Studentin hat dazu gelernt. Ihr Ehrgeiz ist noch
vorhanden aber sie macht sich vor wichtigen Wettkämpfen nicht mehr so verrückt wie früher. Mit dem Vize-
Weltmeistertitel der Studierenden im Viererkajak über 500 Meter sowie den vierten und fünften Plätzen im
Zweierkajak über 500 Meter und Viererkajak über 200 Meter hat sie sich in einem hochkarätigen Team um Tabea
Medert (Potsdam), Carolin Arft und Katharina Köther (beide Essen) wiedergefunden und gesehen, dass sie sich
hinter den Nationalfahrerinnen nicht verstecken muss.
Sehen lassen können sich auch die Platzierungen des Rheinbruders Jan Bechtold. Aufgrund einer Erkrankung vor
den nationalen Qualifikationen Anfang Mai, geriet sein Ziel die U23 Mannschaft vorerst außer Reichweite. Bei der
Studierenden-WM konnte er sich mit einem vierten Rang im Viererkajak über 1.000 Meter und Platz sechs über
200 Meter gut präsentieren. Ob ihm die WM Motivation gegeben hat? Darauf meinte der Student im Studiengang
Unternehmensjura: „Nicht die WM an sich. Ich ziehe meine Motivation eher aus kleinen Zielen im Trainingsalltag.“
Aber er verriet weiter, die Rede vom ungarischen Verbandspräsidenten tat ihm gut. Dieser hob hervor, dass er sehr
viel Hochachtung vor den Athleten hat, die das Studium mit dem Hochleistungssport verknüpfen. „Das tat
irgendwie gut. Da hatte ich sogar ein bisschen ein Kloß im Hals“, sagt der 20-Jährige und muss beim Gedanken
daran schmunzeln.
Den Spagat zwischen Leistungssport und Studium meistert bei den Rheinbrüdern auch Simon Krautloher. Der
Canadierfahrer aus Rosenheim, der sich ursprünglich das Paddeln selbst beibrachte und der nun nach seinem
Umzug nach Karlsruhe prompt die Nominierung für die Studierenden WM schaffte. In Ungarn selbst setzte er dann
der Saison noch die Krone auf und paddelte im Einercanadier über 1.000 Meter auf Rang vier nur hauchdünn an
einer Medaille vorbei. Über die Sprintdistanz wurde er Neunter. „Ich war wirklich sehr stolz da am Start zu stehen
und habe dadurch absolut Selbstvertrauen getankt und bin wieder sehr motiviert für die Zukunft.“
Trainer Detlef Hofmann war mit den Leistungen rundum zufrieden: „Unsere Athleten haben mal wieder
hervorragende Werbung für Karlsruhe betrieben. Ich hoffe, dass alle den Schwung mit zu den Deutschen
Meisterschaften in Hamburg nehmen, damit wir auch national wieder für Schlagzeilen sorgen.“

Bericht und Bild: Martina Amrein

Kontakt - Kanurennsport

Christoph Baum
Referent für Kanurennsport

E-Mail: rennsport@kanu-bw.de

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