Die Rheinbrüder Karlsruhe waren mit einer Rekordmannschaft von neuen Athleten am 27. Mai 2019 bei der internationalen Regatta auf dem Beetzsee in Brandenburg vertreten.

Damit stellten die Badener einen großen Teil des 56-köpfigen deutschen Teams. Mit 16 mal Edelmetall ist die Ausbeute von Gesine Ragwitz, Tim Bechtold, Jochen Wiehn (alle Junioren), Xenia Jost, Katinka Hofmann, Greta Köszeghy, Carola Schmidt, Sophie Koch und Jan Bechtold (alle U23) beträchtlich. Auch wenn einige großen Kanu-Nationen fehlten, waren gerade die Boote aus der Volksrepublik China, Frankreich, Kanada, Ukraine, Serbien, Schweden und Großbritannien achtbare und starke Gegner. Wobei einmal mehr der Beetzsee ein schweres Pflaster für alle Kanuten war. Bei zum Teil starkem Seitenwind, bauten sich auf dem See schnell hohe Wellen auf, die insbesondere im Canadierbereich für die Linksfahrer enorme Schwierigkeiten mit sich brachten.

Katinka Hofmann und Xenia Jost mit zwei Siegen erfolgreichste „Rheinschwestern“

Am besten mit Wind und Gegner kamen Katinka Hofmann und Xenia Jost zurecht. Während die beiden im Viererkajak mit Katharina Köther und Marie Thielemann (Essen / Leipzig) gemeinsam über die Goldmedaille jubeln konnten, legten beide Athletinnen noch einen weiteren Sieg nach. Jost war im Einerkajak über 200 Meter, Hofmann im Zweierkajak über 500 Meter mit Thielemann erfolgreich. Während sich das Karlsruhe-Leipzig-Duo gegen das zweite deutsche Boot Stine Noack/Johanna Schimanski (Potsdam / Mülheim) durchsetzte, gelang Jost der vereinsinterne Wettstreit gegen Greta Köszeghy, die auf zweiter Position liegend, kurz vor dem Ziel kenterte.

Die Sportsoldatin Katinka Hofmann konnte bereits am Auftakttag im Zweierkajak mit Katharina Köther über die 200 Meter eine Silbermedaille erringen. Jost und Hofmann haben damit ihren Teil zur U23 WM-Qualifikation erbracht. Ähnlichen gute Karten, in Bezug auf die U23 WM, hält Canadierfahrerin Sophie Koch nach dem Wochenende in Händen. Sie belegte mit ihrer Leipziger Zweierkameradin Celina Sandau über die 200 Meter den zweiten und über die 500 Meter den dritten Rang. Lediglich den starken Booten aus der Volksrepublik China mussten sie über diese Strecken den Vortritt lassen. Im Einercanadier schob sich Koch über die 200 Meter hinter Sophia Jensen (Kanada) und zwei Fahrerinnen aus China auf den vierten Rang. Sowohl im Einer- als auch im Zweiervergleich war Koch somit jedes Mal bestes deutsches Boot.

Sehr gut präsentierten sich auch die U23 Athleten Jan Bechtold und Carola Schmidt. Schmidt gewann den Einerkajak über 1.000 Meter und musste sich über 500 Meter nur Katharina Köther geschlagen geben. Bechtold siegte im Zweierkajak über 500 Meter mit Benedikt Bachman aus Dresden. Im Einerkajak über die doppelte Distanz rangierte er am Ende auf einem sehr guten dritten Platz, musste jedoch zusehen, wie Jakob Kurschat (Dresden) ihm den Sieg und damit die U23 WM-Fahrkarte wegschnappte. Bei den beiden ist es eine ganz enge Kiste. Sie haben absolut bewiesen, dass sie das Zeug für das U23 WM-Team mitbringen, allerdings müssen sie nun gespannt auf den World Cup nächste Woche in Duisburg blicken“, erklärt Chef-Coach Detlef Hofmann die Situation. „Denn es wird entscheidend sein, ob sich einige U23 Fahrer*innen, die derzeit mit der A-Nationalmannschaft an der World Cup Serie teilnehmen für die WM in Szeged qualifizieren oder nach dem World Cup in Duisburg zum U23 Team stoßen werden!“, so Hofmann weiter. Wird das U23 Team also noch mit Kanut*innen verstärkt, die bei der nationalen Qualifikation besser platziert waren, könnte dies für Athlet*innen wie Bechtold und Schmidt bedeuten, dass ihnen dadurch der Platz im U23-WM Team streitig gemacht wird aber sie dafür bei den U23 Europameisterschaften an den Start gehen dürfen.

Wiehn sicher zur Junioren WM - Bechtold muss noch hoffen
Tim Bechtold siegte mit dem Vierercanadier über 500 Meter und erpaddelte sich im Zweier mit Bruno Scheibner (Leipzig) jeweils über die 200 und 500 Meter die Bronzemedaille. Über die 1.000 Meter im Einercanadier zeigte Bechtold ein engagiertes Rennen und belegte einen beachtlichen fünften Rang. Somit bewies er erneut seine internationale Stärke.

„Bei ihm wird der Junioren-WM-Start von den Entscheidungen, welche Athleten in welchen Mannschaftsboote fahren werden, abhängen!“, so Hofmann, der die Situation allerdings optimistisch betrachtet. Den Flieger zu den Junioren Weltmeisterschaften Ende Juli wird definitiv Jochen Wiehn betreten. Der gebürtige Kaiserslauterer, der sich vor knapp eineinhalb Jahren den Rheinbrüdern anschloss, siegte im Viererkajak über 500 Meter und gewann mit Moritz Florstedt (Magdeburg) die Bronzemedaille über 200 Meter.

Das Nesthäkchen des Nationalteams in Brandenburg, kam aus Karlsruhe. Gesine Ragwitz, noch Jugendfahrerin, nutzte ihr Startrecht, um Erfahrung zu sammeln. Gemeinsam mit Ricke Rienäcker (Kassel) sprintete sie über die 200 Meter auf den Bronzerang. Im Viererkajak über 500 Meter verfehlte sie mit dem vierten Rang das Podium nur knapp. Damit könnte für sie der Traum vom Junioren EM-Start in Erfüllung gehen. Diesen hegt auch noch Greta Köszeghy: die U23 Nationalfahrerin will mit weiteren internationalen Einsätzen über ihre Lieblingsstrecke, die 200 Meter, auf sich aufmerksam machen.

„Insgesamt bin ich mit dem Abschneiden der kompletten Nachwuchs-Nationalmannschaft ganz zufrieden. Wir haben gesehen, wo wir noch arbeiten müssen. In manchen Disziplingruppen mehr, bei anderen stehen wir schon gut da.“, so das Fazit des Chef-Coaches unmittelbar nach der Regatta.

 

 

 

World Cup Silbermedaille für Sarah Brüßler

  1. Juni 2019
    Die internationale Saison ist gerade einmal zehn Tage alt und schon gibt es die erste Medaille für Karlsruhe durch Sarah Brüßler. Nach einer sehr guten Nationalen Qualifikation wurde sie für den ersten World Cup in Poznan im Zweierkajak über die olympischen 500 Meter nominiert. Gestern nun gewann sie beim World Cup in Duisburg im Einerkajak die Silbermedaille über 1.000 Meter.

Nach einer sehr guten nationalen Qualifikation bei der Sarah Brüßler und ihre Zweierpartnerin Jule Hake (Lünen) die Zweierkajak-Entscheidung über 500 Meter für sich entschieden, kam die Nominierung für den ersten World Cup in Poznan/Polen nicht überraschend. Doch der deutsche Zweier kam nicht ins A-Finale. Da dies dem Anspruch des erfolgsverwöhnten Verbands nicht reichte, wurde nochmals umgebaut.

Sarah Brüßler wurde daraufhin für Duisburg für den nicht-olympischen Einerkajak über 1.000 Meter nominiert. Souverän zog sie mit einem Vorlaufsieg direkt ins Finale ein.

Dort ging die 25-jährige Psychologin ihren Wettkampf sehr kontrolliert an. „Ich habe gesehen, dass die Australierinnen ganz schön rausfahren aber ich habe auch gemerkt, dass ich ungefähr das Tempo ganz gut halten kann und habe dann auf meinen Endspurt vertraut!“, analysiere Brüßler das Rennen. Auf ihren Endspurt konnte sie sich verlassen. Als sie 250 Meter vor dem Ende das Tempo erhöhte, schob sie sich Stück für Stück nach vorne und platzierte sich am Ende auf dem zweiten Rang. „Das war das Beste was ich heute rausholen konnte.“, freute sich die „Rheinschwester“ nach der Siegerehrung.

Detlef Hofmann, Stützpunktleiter in Karlsruhe, kam extra früher zum Rennen nach Duisburg gefahren und war angetan was er da sah: „Sarah hat das richtig gut gemacht. Das Rennen war sehr clever gefahren und die Silbermedaille ist der verdiente Lohn dafür.“

Sarah Brüßler hat sich mit diesem Ergebnis für die Weltmeisterschaften im August in Szeged qualifiziert. „Mit dem Ergebnis habe ich mich, denke ich, ins WM-Team gefahren aber ob noch eine Option auf die European Games besteht, weiß ich nicht. Das wird der Trainerrat morgen Abend entscheiden.“

Text: Martina Tirolf
Bild: ©GES

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