Karlsruhe, 02. August 2022:  Die Weltmeisterschaften im Kanurennsport werden heute in Dartmouth in der Nähe von Halifax/Canada  eröffnet.

Mit dabei von den Rheinbrüdern sind die Canadierfahrerin, Sophie Koch, Kajakfahrer Saeid Fazloula und der Karlsruher Damen Bundestrainer Ralf Straub.

Die WM hält für alle drei Rheinbrüder eine Premiere bereit. Während es für Ralf Straub die erste Weltmeisterschaft als Damen-Bundestrainer und für Saeid Fazloula die erste als Refugee-ICF Athlet ist, wird Sophie Koch bei ihrer zweiten WM, ihre Premiere im Canadier-Mixed Rennen feiern.

Nach dem vierten Platz bei den Olympischen Spielen im letzten Jahr, möchte sie mit ihrer Zweierpartnerin Lisa Jahn (Berlin) auf dem Lake Banook wieder im Zweiercanadier über 500 Meter in die Weltspitze fahren. Wie der Zweier im internationalen Vergleich liegt, ist vorab schwer einzuschätzen. Sophie Koch hatte in der Saisonvorbereitung und auch im Vorfeld auf die WM-Vorbereitung mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Doch in Kanada wird sie fit an der Startlinie stehen. Neben dem Einsatz über die olympischen 500 Meter, werden Jahn/Koch auch die deutschen Farben über die 200 Meter vertreten. Zum ersten Mal wird die 24-Jährige in der Mixed-Klasse, mit keinem geringerem als dem mehrfachen Olympiasieger sowie Welt- und Europameister Sebastian Brendel (Potsdam), antreten. Am Sonntagmittag werden die beiden über 500 Meter um die Medaillen kämpfen. „Der Zweier mit Basti läuft echt gut und es macht uns riesig Spaß. Aber wir legen natürlich beide unser Augenmerk auf die olympischen Strecken. Gesundheitlich ist auch soweit wieder alles gut.“, gab die amtierende Vize-Europameisterin vor dem Abflug ein zuversichtliches Statement ab.

Wieder einmal einen echten Krimi musste Saeid Fazloula vor der Abreise nach Kanada bestehen. Noch auf dem Weg zum Flughafen, hatte er keine Ahnung, ob er in den Flieger einsteigen darf.

Die VISA-Bestimmungen für Geflüchtete sind zwar klar, aber das kanadische Botschaftssystem kam mit dem deutschen Reisepass-Dokument, mit dem Geflüchtete reisen dürfen, nicht klar. Sie werteten das Dokument als deutschen Pass, was es aber nicht ist, da Fazloula noch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Mit den Bemühungen des Olympischen Komitees (IOC), dem Internationalen Kanuverband (ICF), dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), den Veranstaltern und nicht zuletzt den Verantwortlichen der Rheinbrüder Karlsruhe, gelang es in letzter Sekunde Saeid in den Flieger nach Kanada zu bekommen. „Die entscheidende Arbeit am Abreisetag leistet letztendlich Sandra Logemann (Mitarbeiterin des DOSB). Durch ihre unermüdliche Arbeit und ihren Kontakten zum NOK in Österreich, gelang das schier unmögliche!“, fasste es Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann zusammen und dankte allen Beteiligten. „Es war eine unfassbare Teamleistung und es hat uns wieder einmal gelehrt: niemals aufzugeben!“

In Kanada wird der 29-jährigen Kajakfahrer jetzt nur noch 24 Stunden Zeit haben, um sich an die Bedingungen und die Zeitumstellung zu gewöhnen, bevor er am Mittwoch im Einerkajak über 500 und 1.000 Meter an den Start geht. „Als mein Flug am Freitag auf Sonntag verschoben wurde, habe ich schon mal versucht meinen Schlaf-Wach-Rhythmus in Deutschland auf Kanada anzupassen.  ch bin um Mitternacht trainieren gegangen. Als der Flug dann am Sonntag erneut verschoben werden musste, weil mein Visum immer noch nicht da war, war dies extrem hart für mich, aber ich habe nie aufgehört daran zu glauben, da ich wusste wer alles dafür arbeitete, dass ich nach Kanada fliegen darf.“

Die WM-Teilnahme quasi bereits seit Herbst 2021 in der Tasche, hat Bundestrainer Ralf Straub. Seit seiner Benennung zum Bundestrainer des Damen-Teams war klar, dass er nach Kanada fliegt. Trotzdem gibt es eine gewisse Anspannung vor der ersten Weltmeisterschaft in seiner neuen Funktion, zumal er mit einem fast grunderneuerten Team an den Start geht. Mit Jule Hake (Lünen) nominierte er die derzeit beste Kajakfahrerin für den Einerkajak über 500 Meter und den Zweier mit Paulina Paszek (Hannover). Den olympischen Viererkajak bestreiten wie bereits bei den World Cups im Frühjahr: Lena Röhlings (Berlin), Caroline Arft (Essen), Pauline Jagsch (Berlin) und Katharina Dieterichs (Potsdam). „Die Vorbereitung lief etwas Bescheiden an, da Diederichs, Hergert und Jagsch nach dem Weltcup in Poznan Corona hatten. Jagsch sogar etwas später, somit konnte sie zu Beginn der UWV noch nicht voll trainieren. Jule Hake war zudem nach Poznan krank.

Der Grundlagen Lehrgang und UWV verliefen dann aber wieder planmäßig. Ich denke das alle Mädels gut drauf sind und ihre optimale Leistung zum jetzigen Zeitpunkt haben! Ich bin gespannt auf die erste WM, die Nervosität kommt dann spätestens am Mittwoch.“

MaT

Rennübersicht - Zeitplan:

03.08. 12:06 Uhr (17:06 Uhr deutscher Zeit) C2 500m Vorlauf Lisa Jahn/Sophie Koch

03.08. 12:36 Uhr (17:36 Uhr deutscher Zeit) K1 500m Vorlauf Saeid Fazloula

03.08. 14:45 Uhr (19:45 Uhr deutscher Zeit) C2 200m Vorlauf Lisa Jahn/Sophie Koch

03.08. 16:36 Uhr (21:36 Uhr deutscher Zeit K1 1.000m Vorlauf Saeid Fazloula

05.08. ab 10:51 Uhr (15:51 Uhr deutscher Zeit) K1 500m Semifianle Saeid Fazloula

05.08. ab 12: 50 Uhr (17:50 Uhr deutscher Zeit) K1 1.000m Semifianle Saeid Fazloula

06.08. 11:34 Uhr (16:34 Uhr deutscher Zeit) C2 500m Finale

06.08.  12:14 Uhr (17:14 Uhr deutscher Zeit) C2 200m Finale

06.08. ab 14:52 Uhr (19:52 Uhr deutscher Zeit) K1 500m Finale C / B

06.08. ab 15:20 Uhr (20:20 Uhr deutscher Zeit) K1 1.000m Finale C / B

07.08. 13:08 Uhr (18:08 Uhr deutsche Zeit) C2 500m mixed Finale Sebastian Brendel/Sophie Koch

 

Bericht: Martina Tirolf
Bilder: GES | Rheinbrüder

Kontakt - Kanurennsport

Christoph Baum
Referent für Kanurennsport

E-Mail: rennsport@kanu-bw.de

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