Karlsruhe, 07. August 2022:  Es ist aus Karlsruher-Sicht der krönende Abschluss bei den Kanu-Weltmeisterschaften im kanadischen Dartmouth bei Halifax.

Sophie Koch fährt in dem noch jungen Weltmeisterschaftsformat, dem Zweiercanadier mixed über 500 Meter, mit der Canadierlegende Sebastian Brendel (Potsdam) auf den Silberrang.

Die Lokalmatadoren Connor Fitzpatrick und Katie Vincent waren für das deutsche Mixed-Duo eine Nummer zu groß. Der kanadische Zweier sicherte sich den Weltmeistertitel mit knapp zwei Sekunden Vorsprung auf Brendel/Koch, die wiederum knapp eine halbe Sekunde zwischen sich und das polnische Boot, mit Aleksander Kitewski und Sylwia Szczerbinska, brachten.

Sophie meinte schon im Vorfeld der Weltmeisterschaften, dass der Zweier mit dem mehrfachen Olympiasieger extrem viel Spaß mache und auch richtig gut läuft. „Das Mixed-Rennen war für die kurze Vorbereitungszeit richtig gut. Super, dass wir am Ende noch herangekommen sind und ein paar Boote überholt haben“, freute sich die Rheinschwester mit ihrer ersten WM-Medaille um den Hals.

Bereits gestern präsentierte sich die 24-Jährige mit ihrer Berliner Zweierpartnerin Lisa Jahn in sehr guter Verfassung. Das Duo musste innerhalb von 40 Minuten gleich zwei Finalläufe absolvieren und hat sich dabei hervorragend in der Weltspitze präsentiert. Im olympischen Zweiercanadier über 500 Meter schoben sie ihr Boot am Ende als fünfte über die Ziellinie. Im 200 Meterfinale konnte das Berlin-Karlsruhe-Team sogar den vierten Platz erringen. Im Vorfeld der WM meinte Sophie Koch, dass es ihr Ziel sei unter die ersten Sechs der Welt zu kommen. Dies ist ihnen trotz einer extrem schwierigen Saisonvorbereitung letztendlich auch gelungen. „Klar war es ein bisschen schade wieder Vierte zu werden, aber wir können das Ergebnis aufgrund des Saisonverlaufes gut einordnen und hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder besser durchkommen.“, resümierte Koch.

Ebenfalls glücklich kehrt Saeid Fazloula von den Weltmeisterschaften in Kanada zurück. Vor dem gestrigen B-Finale mobilisierte er nochmals alle Kräfte. Der unter der Flagge des ICF als Refugee-Athlet startende Karlsruher Kajakfahrer wuchs über die 500 Meter nochmals über sich hinaus und belegt nach einem sehr couragiert gefahrenen Rennen einen hervorragenden 5. Platz. Damit ist er im Gesamtklassement 14. der Welt! „Aufgrund der Visaproblematik bei der Anreise waren es wirklich schwierige Tage, die hinter mir liegen. Am Abend vor dem Rennen habe ich versucht nochmals alles abzuschütteln und jetzt bin ich mega happy. Ich bin 14. auf der Welt! Das ist Wahnsinn!“, so Saeid nach dem Wettkampf.

Einen großartigen Einstand als neuer Damen-Bundestrainer feierte zudem der Leistungsklasse-Trainer der Rheinbrüder Karlsruhe, Ralf Straub. Nachdem das deutsche Damen-Team bei den Olympischen Spielen in Tokio weit hinter den Erwartungen ohne Medaillen blieb, wurde der U23-Damen-Bundestrainer Straub in das A-Team berufen. Diesen Vertrauensvorschuss bezahlte der akribische Tüftler nun mit einer geschlossen guten Leistung des Damenteams zurück. Mit Jule Hakes (Lünen) Bronzemedaille im Einerkajak über 500 Meter erlöste Straub die deutschen Kanufans nach elf Jahren medaillenloser Zeit in dieser Bootsklasse. Der Zweierkajak mit Paulina Paszek (Hannover) und Hake legte am Abschlusstag sogar noch eine Schippe drauf und sicherte sich in einem Wimpernschlagfinale den Vize-Weltmeistertitel hinter dem polnischen Zweier mit Karolina Naja und Anna Pulawska. „Das war das Optimum was heute möglich war. Die Polinnen waren zu stark, das war im Vorfeld klar aber wie die beiden das Rennen bestritten und sich damit die Silbermedaille gesichert haben, war Weltklasse.“, so Straub nach der Siegerehrung. Und als ob es nicht schon genug Medaillen zum Einstand für Straub wären, glänzte auf der abschließenden 5000 Meter Langstrecke Straubs neue Frontfrau Jule Hake erneut. Im Finish musste sie lediglich die starke Ungarin Emese Kohalmi den Vortritt lassen und gewann die Silbermedaille.

Zufrieden ist der Karlsruher Coach auch mit dem Viererkajak über 500 Meter. In der Besetzung Lena Röhlings (Berlin), Caroline Arft (Essen), Pauline Jagsch (Berlin) und Katharina Diederichs (Potsdam) kam das deutsche Boot als siebte ins Ziel. „Meine Zielvorgabe war Rang fünf bis sieben. Klar wäre der fünfte Platz schöner gewesen, aber das Ergebnis geht in Ordnung.“

Voll des Lobes war auch Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann nach Ende der Wettkämpfe: „Es war leider wieder einmal kein normales Jahr. Corona zerstört uns fast jede Vorbereitung und der Wahnsinn bezüglich der Visazuteilung für Saeid hat uns alle Nerven gekostet. Wenn man dann aber bei Sophie mit so starken Rennen und der ersten WM-Medaille belohnt wird und Saeid auch noch einen super 5. Platz im B-Finale rausfährt, kann man nur super happy sein. Gans besonders freut mich auch der Einstand von Ralf Straub als Damen Coach. Ich wusste immer schon, dass er der Richtige für diese Aufgabe ist und er hat es allen gezeigt.

Bericht: Martina Tirolf
Bild: ©privat

Kontakt - Kanurennsport

Christoph Baum
Referent für Kanurennsport

E-Mail: rennsport@kanu-bw.de

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